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Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. September 2010, 15:54 
 Oneironaut
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Mir fällt es oft auf, dass Menschen sich unterhalten, aber oft nicht angemessen in Situationen reagieren. Ich erkläre gleich an Beispielen, was ich meine.

Es gibt in der Psychologie zwei Begriffe, die sich "Erleben" und "Verhalten" nennen und von uns wissenschaftlich analysiert werden können; das Erleben ist die Welt wie jeder einzelne von uns sie sieht. Als Verhalten bezeichnet man das, was wir von anderen sehen können. Da das Erleben sehr subjektiv ist und von uns bewusst oder unbewusst verschleiert werden kann, können wir nicht direkt vom Verhalten einer Person auf das Erleben schließen.

Ich nehme jetzt ein Beispiel, dass nur sehr schwach etwas damit zu tun hat.

Und zwar unterhalte ich mich oft mit meiner Großmutter und vergesse dann oft, dass sie viele Dinge, von denen ich spreche, gar nicht verstehen kann, da ihr der Wortschatz (wirklich in großem Maße) fehlt. Trotzdem nickt sie brav mit anstatt zu fragen, was ich denn meine. Ich merke das glücklicherweise rechtzeitig und zügle mich :ugly:. Aber solche Situationen treten ja ständig im Alltag auf, dass man das Erleben anderer falsch interpretiert.

Z.B. wenn Vokabeln im Unterricht abgefragt werden und jemand nur Fehler macht. Darauf folgt dann je nach Kurs ein Heidengelächter. Nimmt der Lehrer dann aber einen anderen dran, der gerade gelacht hat, weiß er auch keine Vokabeln :lol:.

So was kennt ihr sicher auch? Wie reagiert ihr z.B. in Gesprächen darauf, wenn die Gesprächspartner einen nicht verstehen, aber einen darauf auch nicht aufmerksam machen? In wie weit denkt ihr, dass dieses Verhalten z.B. mit Ängsten zusammenhängt? etc.

Besonders hätte ich eine Frage an Dachir oder Dumbledore: Wie geht ihr mit so etwas um?

MfG Polyphem

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Re: Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. September 2010, 17:23 
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Zitat:
Wie reagiert ihr z.B. in Gesprächen darauf, wenn die Gesprächspartner einen nicht verstehen, aber einen darauf auch nicht aufmerksam machen? In wie weit denkt ihr, dass dieses Verhalten z.B. mit Ängsten zusammenhängt? etc.


das problem ist ja wenn "A" etwas erklärt und "B" diesem nicht folgen kann, dann hat das normalerweise nur einen grund. "B" ist in diesem bezug vermutlich weniger gebildet bzw vielleicht auch weniger intelligent als "A"... spricht "B" jetzt "A" offen darauf an, dass er diesem nicht folgen konnte gesteht er indirekt: du bist mir überlegen und musst dich auf mein niveau herablassen, damit ich dir folgen kann... damit erfährt "B" natürlich auch gleich eine soziale wertminderung, die jeder gesunde mensch umgehen will.

dieses phänomen beobachte ich auch häufig im unterricht... lehrkraft hakt nach seinem aufsatz nach und fragt in die klasse, ob denn jeder seiner ausführung folgen konnte. niemand meldet sich. ich muss gestehen, auch ich verhalte mich manchmal so, mache aber mitlerweile vortschritte. ich (und die anderen) empfinde die angst nachzuhaken und trotz weiterer erläuterung der lehrkraft nicht zu verstehen und mich daraufhin absolut zu blamieren.

ich persönlich merke sofort, wenn jemand meinen ausführungen nicht folgen kann... wenn ich meiner schwester schonmal nachhilfe in mathematik gebe und sie nicht versteht, dann kommt, wenn ich nachfrage "hast du das verstanden" nur ein ganz leises zögerliches "ja" und ich erwiedere "gut, hast du nicht, also nochmal von vorne" und sie willigt dem ohne wiederworte ein, weil ich fast immer mit meiner vermutung recht habe.

man muss also in solchen situationen immer auf die nonverbale kommunikation achten und man merkt schnell "mein gegenüber macht mir was vor"

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Re: Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. September 2010, 18:38 
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Polyphem hat geschrieben:
Z.B. wenn Vokabeln im Unterricht abgefragt werden und jemand nur Fehler macht. Darauf folgt dann je nach Kurs ein Heidengelächter. Nimmt der Lehrer dann aber einen anderen dran, der gerade gelacht hat, weiß er auch keine Vokabeln :lol:.

Dabby hat geschrieben:
dieses phänomen beobachte ich auch häufig im unterricht... lehrkraft hakt nach seinem aufsatz nach und fragt in die klasse, ob denn jeder seiner ausführung folgen konnte. niemand meldet sich. ich muss gestehen, auch ich verhalte mich manchmal so, mache aber mitlerweile vortschritte. ich (und die anderen) empfinde die angst nachzuhaken und trotz weiterer erläuterung der lehrkraft nicht zu verstehen und mich daraufhin absolut zu blamieren.

Es gehört vielleicht irgendwie in deine (Poly) Sparte, aber ich würde das eher als eine Demonstration des Gesetzes der Sozialen Bewärtheit sehen.

Polyphem hat geschrieben:
So was kennt ihr sicher auch? Wie reagiert ihr z.B. in Gesprächen darauf, wenn die Gesprächspartner einen nicht verstehen, aber einen darauf auch nicht aufmerksam machen?

Meist merkt man das ja nonverbal (wie Dabby schon erwähnte) und meist spreche ich die Leute darauf an. Wobei nicht immer ich kann mich an einige Situationen erinnern wo mich die Leute akustisch falsch verstanden haben. Und ich mich dem neuen Gesprächsthema einfach "angeschlossen" habe, nicht aus Angst, etc. ich finde es oft einfach interessant wie die Gedanken so verlaufen. (Man hört ja, was man hören will...)

Polyphem hat geschrieben:
In wie weit denkt ihr, dass dieses Verhalten z.B. mit Ängsten zusammenhängt? etc.

Ich denke, dass das Verhalten oft einfach antrainiert (durch Vorbilder, etc.) ist. Eine (antrainierte) Angst kann natürlich auch dabei sein. Die wenigsten Menschen scheinen ja Selbstbewusst zu sein...

Dabby hat geschrieben:
das problem ist ja wenn "A" etwas erklärt und "B" diesem nicht folgen kann, dann hat das normalerweise nur einen grund. "B" ist in diesem bezug vermutlich weniger gebildet bzw vielleicht auch weniger intelligent als "A"... spricht "B" jetzt "A" offen darauf an, dass er diesem nicht folgen konnte gesteht er indirekt: du bist mir überlegen und musst dich auf mein niveau herablassen, damit ich dir folgen kann... damit erfährt "B" natürlich auch gleich eine soziale wertminderung, die jeder gesunde mensch umgehen will.

"Wahr ist nicht was A sagt, sondern was B versteht"
Ich würde nicht B als dumm oder inkompetent sehen, sondern beide sind beide Teile des (Kommunikations-)Systems. In der Kommunikation sagt man, dass großteils A verantwortlich ist für das was B versteht (insbesondere wenn A ein Lehrer, Therapeut,... ist).

Das Thema ist auch spannend, wenn man es auf Beziehungen bezogen betrachtet. (kleiner be- schaden ;) )


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Re: Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 22. September 2010, 18:56 
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MetaTrance hat geschrieben:
Das Thema ist auch spannend, wenn man es auf Beziehungen bezogen betrachtet. (kleiner be- schaden ;) )


Hä? Versteh ich nicht. Was meinst du mit "(kleiner be- schaden ;) )"

Das wäre ja jetzt ein Beispiel für die Situation. Ich habe keine Ahnung, was du damit meinst, könnte aber auch einfach gar nicht nachfragen, weil das wahrscheinlich völlig unwichtig für den weiteren Verlauf des Threads ist. Vielleicht ist es ja völlig offensichtlich, was du damit meinst, ich komm nur nicht drauf.

Ich hab das auch oft, dass ich andere Leute nicht ganz verstehe. Aber häufig lass ich das Nachfragen sein, aus Angst(!), dass mein Gesprächspartner die Lust am Gespräch verliert, wenn er alles zwei mal sagen muss. ^_^
Oder, dass er mich für blöd/begriffsstutzig hält.


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Re: Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 23. September 2010, 19:50 
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Love Hungry Man hat geschrieben:

Hä? Versteh ich nicht. Was meinst du mit "(kleiner be- schaden ;) )"

... weil das wahrscheinlich völlig unwichtig für den weiteren Verlauf des Threads ist. Vielleicht ist es ja völlig offensichtlich, was du damit meinst, ich komm nur nicht drauf....

Nein, ich dachte mir schon, dass es nicht leicht zu verstehen ist. Ich mache das aber gerne öfter... etwas kryptisch schreiben. Deine Vermutung ist in gewisser Weise richtig. Es ist völlig unwichtig was ich da geschrieben habe ;) ...
hier ein Tipp:
MetaTrance hat geschrieben:
Das Thema ist auch spannend, wenn man es auf Beziehungen bezogen betrachtet. (kleiner be- schaden ;) )


Love Hungry Man hat geschrieben:
Ich hab das auch oft, dass ich andere Leute nicht ganz verstehe. Aber häufig lass ich das Nachfragen sein, aus Angst(!), dass mein Gesprächspartner die Lust am Gespräch verliert, wenn er alles zwei mal sagen muss. ^_^
Oder, dass er mich für blöd/begriffsstutzig hält.

Und wie fühlst du dich dabei? Bzw. machst du das so gut wie immer oder nur in bestimmten Situationen, oder...?

Und ja, das war doch eine schöne Demonstration des nicht-verstehens :)


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Re: Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 23. September 2010, 22:39 
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Naja, manchmal verstehe ich Leute ganz schlecht und frag dann auch die ersten male nach, wenn ich sie nicht verstehe, aber dann später lass ich es, weil ich nicht das ganze Gespräch durch ständig nachfragen will, was mein Gesprächspartner denn gesagt hat. Ich glaub auch, dass ich entweder schlechte Ohren oder eine beschränkte Auffassungsgabe habe. Egal, es wird immer besser. ;)


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Re: Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 24. September 2010, 08:35 
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Love Hungry Man hat geschrieben:
Naja, manchmal verstehe ich Leute ganz schlecht und frag dann auch die ersten male nach, wenn ich sie nicht verstehe, aber dann später lass ich es, weil ich nicht das ganze Gespräch durch ständig nachfragen will, was mein Gesprächspartner denn gesagt hat. Ich glaub auch, dass ich entweder schlechte Ohren oder eine beschränkte Auffassungsgabe habe. Egal, es wird immer besser. ;)


haha... das kenne ich dermaßen, ich war sogar mal beim hno arzt... ich verstehe mein gegenüber bei störender geräuschkulisse ganz furchtbar schlecht und habe gleichzeitig den eindruck, als würden alle anderen in der gleichen situation absolut einwandfrei kommunizieren. der hno arzt sagt, dass meine ohren absolut einwandfrei sind (und nicht amputiert werden müssen haha) und dass es vermutlich neurologische schwierigkeiten sind, bei einer geräuschkulisse zwischen gespräch und hintergrundgeräusch zu differenzieren... er hat auch gesagt, dass haben sehr viele menschen, nur gibt es niemand zu.... ich persönlich frage auch meist zweimal nach und wenn ich es dann immernoch nicht verstehe, dann lass ich es bleiben und äußere irgendwas ganz knappes in der hoffnung, dass es irgendwie passt.

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Re: Erleben - Verhalten
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Ungelesener BeitragVerfasst: 24. September 2010, 09:56 
 Gelegentlicher Träumer
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Oh ja! Da erkenne ich mich ganz gut wieder! :D
Ich kann neben zwei Leuten stehen, die voneinander weiter weg stehen als ich von den beiden entfernt bin, und verstehe kaum was, während die sich angeregt unterhalten. :D
Dann könnte das ja echt was neurologisches sein. Wenn irgendwas im Hintergrund lauter ist als mein Gegenüber, hör ich nur noch das Hintergrundgeräusch/gespräch. Echt schlimm sowas!


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