Zeitzone: Europa/Wien




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
  Druckansicht

In den Schlaf hineingleiten - fast!?
Autor Nachricht
  Offline
Ungelesener BeitragVerfasst: 2. Mai 2017, 15:00 
 Neuer Träumer
Neuer Träumer
Benutzeravatar

Registriert: 2. Mai 2017, 13:37
Beiträge: 3
Vergebene Danke: 0
Erhaltene Danke: 1
Hallo liebe Gemeinde, ich bin neu hier und möchte auch direkt etwas los werden, dazu tippe ich mal eben meinen Text ab, den ich heute geschrieben habe:

Als ich mich gestern Abend hinlegte und versuchte, einzuschlafen, passierte etwas unglaubliches. Wie an fast jedem Abend regulierte ich erst einmal meinen Atem. Dann machte ich die 61-Punkte-Technik. Zwischendurch hatte ich sehr realitätsnahe hypnagoge Bilder von meinen Händen und Füßen. Ich konnte mir bewusst eine Kastanie und einen Apfel vorstellen und wie ich beides mit Wasser wusch. Das Gewicht, die Oberfläche, die Nässe. Irgendwo bei Punkt 45 wurde ich müde und wollte einfach einschlafen. Es war mir jedoch schwierig, eine gemütliche Schlafposition zu finden, so drehte und wendete ich hin und her. Meine Gedanken kreisten und als sich ruhigere Phasen einstellten, freute mich das, denn der Schlaf war nicht mehr fern. Doch so sollte es nicht kommen.
Irgendwann lag ich wieder auf dem Rücken. Ich bemerkte, wie ich ruhiger wurde. Meine Körperwahrnehmung veränderte sich, vor allem die Hände: ich wusste zwar, dass sie über meinem Bauch lagen, aber wie sie lagen, wusste ich nicht mehr. Ich versuchte, meine Hände zu spüren, vergebens. Die Fingerspitzen stellten kein Problem dar, aber dadurch, dass ich sie spürte, wurde es mir dennoch nicht möglich, ihre räumliche Konstellation auszumachen. Die Ruhe wich einer erwartungsvollen Haltung. Mein Herz schlug schneller und Härter und auch mein Atem wurde schneller und tiefer. Die Situation brach so unerwartet über mich herein, dass mein Atem gar nicht mithalten konnte und er unregelmäßig wurde. Vor allem das Ausatmen war sehr unkontrolliert und zittrig. Ich bemühte mich, meine Augen geschlossen zu halten, jedoch öffneten sie sich hin und wieder. Mein Körper fühlte sich ansonsten so unbeschwert an und es schien so, als ob alles in weißes Licht getaucht werden wollte. Aber irgendwie schien da etwas letztes zu fehlen. Ich fragte mich nun: bin ich noch wach oder schlafe ich bereits? Nach kurzem Zögern öffnete ich die Augen und beendete damit unfreiwillig diesen Zustand. Es dauerte eine Weile, bis ich mich beruhigt hatte. Nun nahm ich meinen Atem ohne Mühe sehr bewusst wahr. So lag ich da noch ca. 1 1/2 Stunden, ehe das Ganze wieder von vorne losging.
Wieder all die Symptome, wie zuvor: sich steigernde Erwartungshaltung (doch dieses mal ohne Höhepunkt), extreme Herz- und Lungenaktivität. Dieses mal aber gelang es mir, meine Atmung an den Zustand anzupassen, indem ich 4 Herzklopfer einatmete, die Atmung für 7 Schläger verhielt und schließlich für 8 Schläge ausatmete. Bei diesem rasanten Tempo fiel es mir zuweilen schwer, den Takt zu halten. Aber meine Güte, was war das? Mein ganzer Körper war daran beteiligt. Ich lag kerzengerade da und streckte sogar meinen Kopf, um besser atmen zu können. Alles schien sich wie von selbst zu regeln. Mein Fenster war zum Glück geöffnet. Ich spürte den Atem durch meinen Körper (vor allem dem Rücken) fließen, aber nur ganz subtil. Ich schien eine Vitalität zu haben, die mir bis dahin unbekannt war. Im Gegensatz zum psychologischen Höhepunkt (wache ich, träume ich?) war dies nun der körperliche Höhepunkt. Von Schlaf konnte vorerst keine Rede sein. Ich lag noch eine weitere weile da um die Ekstase abklingen zu lassen. Ich bemerkte kurz später, dass mein ganzer Körper zitterte (kein Muskelzucken) und meine Hände wurden kribbelig/taub. Zudem schwitzte ich. Ich beobachtete alles mit Neugier. Irgendwann beruhigte ich mich und mir schien jede Anstrengung mühselig, so müde war ich. Irgendwann schlief ich dann auch ein.


Also, ich habe hier schon ein wenig (grob) geschaut, ob jemand etwas Ähnliches erlebte. Da gab es in der Tat einige verschiedene Erlebnisse, die sich mit meiner Erfahrung überschneiden. Ich kenne mich auch mittlerweile einigermaßen mit dem ganzen Thema aus, hatte auch einige luzide Träume. Einen werde ich euch auf jeden Fall noch vorstellen, da ich ihn für sehr interessant halte, weil es in ihm um Raum geht.
Ich hatte das schon öfters, dieses 'in-den-Schlaf-Hineingleiten', (aber sonst knachzte es in meinem Kopf, dieses mal nicht. Aber diese anderen 'in-den-Schlaf-Hineingleitungen' kamen nur, wenn ich in der Nacht aufwachte und dann in die Schlafparalyse rutschte). Und meine Aufregung ließ wohl nicht zu, dass ich es fertigbrachte, einzuschlafen. Der Thalamus, der mit der Großhirnrinde in starker Wechselbeziehung steht, fährt allmählich vom Tagesbewusstsein zum Schlafbewusstsein herunter, alles sehr graduell und verschiedene Bereiche unterschiedlich schnell. Ich bemerkte bei dieser Erfahrung dieses mal die Muskelzuckungen wie nie zuvor, also ich war definitiv so weit von meinem Tages- zum Schlafbewusstsein geglitten, wie es mir vorher nicht möglich war.
Also meine Frage ist daher: was ging da genau ab? :D

Danke und mit freundlichen Grüßen,

Jenso-Tenso



Jenso-Tenso hat für diesen Beitrag vom folgenden User ein Dankeschön erhalten: Brot
Nach oben
 Profil  
 

Re: In den Schlaf hineingleiten - fast!?
  Offline
Ungelesener BeitragVerfasst: 2. Mai 2017, 20:34 
 Oneironaut
Oneironaut
Benutzeravatar

Registriert: 19. April 2011, 21:00
Beiträge: 4185
Vergebene Danke: 756
Erhaltene Danke: 346
Geschlecht: Männlich
Klartraum Anzahl: 152
Herzlich Willkommen :)
Tut mir leid, aber ich habe keine Ahnung... wirkt jedenfalls wie wenn es ein interessantes Erlebnis war, sowas möchte ich auch mal :D
Vielleicht fällt mir ja mehr dazu ein wenn jemand anderes antwortet - aktuell ist das einzige was ich beitragen kann, zu erwähnen, dass ich meine Hände auch schon einige Male nicht mehr orten konnte, wenn ich tief entspannt war und auch starkes kribbeln kam schon mal während (durch?) die Entspannung.

Lg Brot :)

_________________
[Anzeigen] Spoiler: Signatur
"Man is least himself when he talks in his own person. Give him a mask, and he will tell you the truth." - Oscar Wilde
Meine Maske ist das Internet.

ADA:LINK
Anleitung für neue Member

Widersprecht mir! :)


Nach oben
 Profil  
 

Re: In den Schlaf hineingleiten - fast!?
  Offline
Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2017, 13:37 
 Neuer Träumer
Neuer Träumer
Benutzeravatar

Registriert: 2. Mai 2017, 13:37
Beiträge: 3
Vergebene Danke: 0
Erhaltene Danke: 1
Hallo, Brot,

erst einmal Danke für die Antwort. Es ist schon interessant und spannend, wenn man die Zusammenhänge zwischen den Körperwahrnehmungen einigermaßen nachvollziehen kann. Ich habe wohl einen Freund, mit dem ich mich über solche Sachen austauschen kann, und meinem Vater erzählte ich bloß, dass ich spürte, "wie mein Körper mich verlässt". Aber da ist immer diese Kluft. Naja, deshalb dachte ich mir, meldest du dich halt mal auf einem Forum an. Ich sah, dass es hier einen Forenbereich für Vorzustellende gibt, aber jetzt habe ich ja schon hier gestartet, also:

Jens mein Name, 22 Jahre. Mein Leben und die Welt spielte sich eigentlich immer in meinem Kopf ab (wie es ja bei jedem der Fall ist, bloß war es bei mir eher wie ein Lebensmonolog, könnte man sagen). Früher war ich ein regelrechter Narzisst, ja, hielt mich für etwas besseres als andere. Ich befand (befinde mich wohl immer noch) in einer Art Blase, doch sie ist durchsichtiger geworden. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mein gedankliches Konstrukt von früher viele Macken hatte und sehr einseitig ausgerichtet war, aber Wind und Wetter haben sie poliert. Ich pflegte nie, sonderlich viel zu reden, war dies doch sehr erschwert durch meine angeborene Schwerhörigkeit. Ich lernte Geduld im Umgang mit anderen, musste verstehen lernen, dass die Ungeduld meinen Gegenübers nicht unmittelbar durch mich herrührte. So versuchte ich immer den Mittelweg zu finden zwischen Nachfragen und Stehenlassen. Ich räumte mir sogar bald selbst das Recht ein, nicht alles verstehen zu müssen. Erst akzeptierte ich die Hörgeräteversorgung im Alter von 6 Jahren nicht, nach und nach aber erkannte ich ihren Wert. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich sie eigentlich gar nicht mehr bräuchte, wären da nicht die äußeren Bedingungen; die Gesellschaft, in die ich eingebettet bin. Ich habe sogar das Gefühl, dass ich sie tragen muss, um eben diesen äußeren Bedingungen gerecht werden zu können, in denen es mehr und mehr darum geht, viele Informationen verarbeiten und schnell und zuverlässig umgebungs- und personenbezogene Interaktionen regulieren imstande sein zu können.
Ich bin ein Träumer, ich träume von einer besseren Welt. Einer Welt, in der Arbeit und Leben nichts getrenntes sind, wo man sich natürlich und ohne Drang und ohne Widersprüche dem widmen kann, was das Leben ausmacht. Erst vor kurzem wurde ich wieder arbeitslos, nach einem Jahr in der Ausbildung zum Altenpfleger. Letzten Endes konnte ich sogar einigen Leute dort meine Situation so deutlich vor Augen führen, dass sie erkannten, dass es nicht klappt, aber nicht so recht wieso. Erst schien es für sie so, dass ich bloß genug wollen müsste. Ich denke das hängt viel mit der Wahrnehmung zusammen. Das ist alles sehr schwer zu beschreiben. Die Welt ist sehr unübersichtlich geworden. Dennoch kann man Phänomene durchaus kategorisieren, ohne dem Schubladendenken zum Opfer zu werden. Dinge können verallgemeinert werden, Gutes kann von Schlechtem unterschieden werden. Doch ist da immer die Unzulänglichkeit der Sprache.
Ich weiß nicht so recht, wie es weitergeht oder wohin es geht, aber das ist mir auch gar nicht mehr so wichtig. Wichtig erscheint mir, das Dort am Horizonte als das Hier zu erkennen - und umgekehrt.
Lange Rede, kurzer Sinn. hmm Das mit dem luziden Träumen allerdings ist eine höchst spannende Sache mit ungeahnten Möglichkeiten, denke ich. Ich habe nicht vor mich irgendwie explizit auf das luzide Träumen vorzubereiten. Ich versuche einfach, mein ganzes Bewusstsein nach und nach auf Wichtige(re)s auszurichten und so 'geschieht alles von alleine'.

So, dann bin ich nun auch mal gespannt auf weitere Antworten.


Nach oben
 Profil  
 

Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

 Themen mit ähnlichem Inhalt   Autor   Antworten   Zugriffe   Letzter Beitrag 
Malac's Fast Grab

in Techniken und Hilfsmittel

JC

29

1936

28. Oktober 2008, 00:09

Fast immer der gleiche traum

in Schlaf und Trübträume

derderohnename

1

289

24. Dezember 2010, 14:54

Seit der Beschäftigung mit Klarträumen FAST KEINE mehr! *.*

in Allgemeines & Anfängerfragen

HoneyB

1

337

2. Februar 2015, 18:41

Sprechen im Schlaf

in Schlaf und Trübträume

Ein Typ

4

908

25. Januar 2016, 21:12

Bewegung im Schlaf

in Allgemeines & Anfängerfragen

nora

2

364

24. Februar 2012, 11:26


Zeitzone: Europa/Wien


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu: